Meldungen aus dem Landesverband Hamburg

Rundgang über Kriegsgräberstätten in Hamburg: Wenn die Erinnerung verfällt

Rundgang über Hamburger Kriegsgräberstätten offenbart den Zustand der Grabsteine

Weltkriegsgrabkreuz auf dem Friedhof Harburg: Verwitterung der Steine

Weltkriegsgrabkreuz auf dem Friedhof Harburg: Verwitterung der Steine Volksbund Hamburg e.V.

Pflege und Erhalt der Kriegsgräberstätten im Inland sind Sache des Bundes. Trotzdem hat das Personal der Hamburger Volksbund-Geschäftsstelle es sich zur Aufgabe gemacht, sich einen Überblick über die Zustände der Kriegsgräber auf Hamburger Gebiet zu verschaffen - denn hier verfallen einige Grabsteine und damit die Gelegenheit zur Erinnerung.


Am 16.06.2020 nahmen alle drei hauptamtlichen Mitarbeitenden der Hamburger Geschäftsstelle die größten Kriegsgräberstätten Hamburgs in Augenschein: Friedhof Harburg, Friedhof Bergedorf, Friedhof Öjendorf und der Altonaer Friedhof – ausgenommen: Friedhof Ohlsdorf. Alle Grabanlagen waren gärtnerisch entsprechend der finanziellen Mittel gepflegt.
Negativ fiel allerdings der Zustand der Grabsteine und der aufgestellten Holzkreuze auf: Teilweise waren die (Kissen-) Grabsteine aus Sandstein so verwittert, dass die Schrift unlesbar war; teilweise begannen die Steine sogar, auseinanderzubrechen.

Wer liegt hier begraben? Man kann es in einigen Fällen nicht mehr erkennen.

Dabei sind diese Kriegsgräberstätten so wichtig für die Bildungsarbeit des Volksbundes:
Die Kriegsgräberstätten veranschaulichen in einer besonderen Form, welches Leid die Kriege verursachten und welches Leid ein Krieg auch in Zukunft wird verursachen können. An ihnen wird deutlich, dass nicht nur Soldaten unter dem Einfluss des Krieges zu Tode kamen, sondern auch Frauen, auch Kinder, auch Zivilisten, auch Zwangsarbeitende, auch Kriegsgefangene, auch anderweitig Verfolgte, auch Opfer von Bombardierungen und auch die Menschen, die in den Konzentrationslagern ermordet wurden.


Alle Schichten der Bevölkerung waren durch die Weltkriege betroffen und finden sich auf den Hamburger Kriegsgräberstätten - nicht nur Opfer, sondern auch Täter und alle Grau-Bereiche dazwischen. Ihre Biografien sind nötig, um sich in der Bildungsarbeit mit den Strukturen zu beschäftigen, die den Krieg begünstigten und die damaligen Gesellschaften von Demokratie und Frieden wegführten. Die Tragweite individueller und tagtäglicher Entscheidungen, die auch die heutige Hamburger Bevölkerung zu treffen hat, wird erst an Beispielen und gelebten Biografien anschaulich. Ein konkreter Ort, um etwas über diese vergangenen Biografien zu erfahren, die indirekt oder direkt durch die Kriege beendet wurden, sind die Hamburger Kriegsgräberstätten. Sie stellen daher neben einem wichtigen Erinnerungsort auch einen wichtigen Lernort dar – nicht nur für die „jungen Leute“, sondern auch für Erwachsene und Senioren.


Daher möchte der Volksbund Hamburg mit dieser Mitteilung auf den teilweise schlechten Zustand der Grabsteine der Kriegsgräber auf Hamburger Boden aufmerksam machen. Der Volksbund Hamburg engagiert sich darin, nach seinen Möglichkeiten diese Situation positiv zu beeinflussen. Falls Sie dabei unterstützend tätig werden können, werden Sie in Zukunft an dieser Stelle über Möglichkeiten der Partizipation und über die Entwicklung in dieser Sache informiert.
Was der Volksbund Hamburg in jedem Falle anbietet, sind Grabpflege-Aktionen auf den Friedhöfen, um Moos von den Steinen zu entfernen oder sie aus der Umwachsung freizuschneiden. Termine werden hier an dieser Stelle bekannt gegeben oder Sie erfragen sie direkt in der Geschäftsstelle in Wandsbek.


Der Volksbund Hamburg freut sich auf Ihre Hilfe und bedankt sich bei allen, die bisher bereits Unterstützung geleistet haben!

 

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