Veranstaltung zum Red Hand Day
Am 12. Februar, dem Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, haben wir am Schwanenwik an der Außenalster in Hamburg eine Erinnerungstafel enthüllt.
Diese Tafel ordnet den dort liegenden Gedenkstein, der an zwei wahrend der Operation Gomorrha getötete Soldaten und den 16-jährigen Flakhelfer Hans-Wolfgang Schopper erinnert, ein.
Im Anschluss fand eine erinnerungskulturelle Bildungsveranstaltung statt.
Eine Lesung zum Thema Flakhelfer hat den Blick auf die historische Lebensrealität junger Menschen während des Zweiten Weltkrieges gerichtet. Die oft minderjährigen Jugendlichen wurden in den letzten Kriegsjahren für militärische Zwecke eingesetzt. Sie wurden indoktriniert, haben ihre Kindheit und Selbstbestimmung verloren und litten langfristig an den Folgen der Kriegserfahrung.
Biografische Beispiele machen deutlich, dass Krieg nicht nur an der Front stattfindet, sondern tief in individuelle Lebenswege eingreift - besonders dann, wenn Kinder betroffen sind.
Ausgehend von der historischen Perspektive schlug die Veranstaltung bewusst eine Brücke zur Gegenwart.
Die private Initiatorin der Erinnerungstafel, Andrea Gottschalk, diskutierte mit unserem Landesgeschäftsführer Dr. Christian Lübcke, dem Jugendoffizier der Bundeswehr Kapitänleutnant Christopher Marschall und dem ehem. Pastor für die Kirchliche Gedenkstättenarbeit an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme Hanno Billerbeck wo Parallelen liegen, aber auch, worin sich historische und aktuelle Formen der Rekrutierung unterscheiden.
Der Red Hand Day bot dabei einen wichtigen Anlass, um globale Verantwortung, Menschenrechte und die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern in bewaffneten Konflikten zu thematisieren.
Die Veranstaltung machte deutlich: Erinnerungskultur ist kein rückwärtsgewandter Blick, sondern ein Auftrag für die Gegenwart.
Die Auseinandersetzung mit Flakhelfern mahnt, Kinder nicht als Mittel für politische oder militärische Zwecke zu missbrauchen - damals wie heute.