Projekte aus dem Landesverband Hamburg

Neuer Friedhof Bergedorf

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Die zwei Kriegsgräberstätten auf dem Friedhof Bergedorf (Eröffnungsjahr: 1907, Größe: 69 ha) umfassen etwa 250 Gräber von deutschen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs (darunter auch Lazarett-Personal, Rot-Kreuz-Schwestern, Hilfskräfte, "Heimkehrer" etc.), etwa 84 Gräber von Bomben- und Zivilopfern, 68 Gräber von Kriegstoten und Opfern der Gewaltherrschaft aus zwölf Nationen sowie 652 Gräber von sowjetischen Kriegsgefangenen.

Kriegstote, Bombenopfer und Opfer der Gewaltherrschaft
Anders als bei anderen Friedhöfen sind auf dem Neuen Friedhof Bergedorf die Grablagen der Kriegstoten der beiden Weltkriege, der Bombenopfer sowie der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nicht räumlich getrennt. Die gemeinsame Kriegsgräberstätte in der Nähe der Kapelle 1 besteht aus 19 rechteckigen Feldern, die mit stehenden Grabkreuzen besetzt sind. Die Steine geben den Namen, sowie Geburts- und Todesjahr des Kriegstoten/des Bombenopfers/des Opfers der Gewaltherrschaft an. Ein Hochkreuz, das Anfang der 50er Jahre errichtet wurde, überragt die Anlage. Ein großer Teil der Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft wurde erst 1974 aus anderen Friedhofsteilen in Gräber auf dieser Kriegsgräberstätte umgebettet.

Auf dem neuen Friedhof Bergedorf, östlich der August-Bebel-Straße auf halbem Weg zur Kapelle 2, sind sowjetische Kriegsgefangene bestattet worden. Insgesamt starben innerhalb von etwa acht Monaten 652 sowjetische Kriegsgefangene im Konzentrationslager Neuengamme. Von 548 der Männer ist bekannt, dass sie auf dem Bergedorfer Friedhof bestattet wurden. Ihre Namen sowie ihre Geburts- und Todesdaten sind auf Kissengrabsteinen festgehalten. Die sowjetische Kriegsgräberstätte wird von Hecken eingefasst und von einem orthodoxen Kreuz überragt. Gedenktafeln am Eingang der Anlage geben vage Auskunft über das Schicksal der hier bestatteten russischen Kriegsgefangenen.

Eine umfassendere Aufarbeitung haben jetzt Jugendliche der Stadtteilschule Bergedorf in Form eines Infoflyers vorgenommen, den es hier auf Deutsch und hier auf Russisch zum Herunterladen gibt. Der Flyer ist in Kooperation mit der Stadtteilschule Bergedorf, dem Kultur- & Geschichtskontor der Initiative zur Erhaltung historischer Bauten e.V. und dem Jugendarbeitskreis des Volksbundes Hamburg entstanden. Das Projekt wurde maßgeblich vom Bezirksamt Bergedorf, der Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg und der Stiftung Haus im Park gefördert.

​​​​​​​Anschrift

August-Bebel-Str. 200
21029 Hamburg

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