Volksbund Stories IV: Anna-Luisa Ritter & Felix Glogowski

Anna-Luisa Ritter & Felix Glogowski Landesverband Hamburg

Heute verabschieden wir uns von Anna-Luisa Ritter und Felix Glogowski. Beide sind am Ende ihres vierwöchigen Praktikums angekommen und starten nun in ihre wohlverdienten Semesterferien. Sei es die Mithilfe an aktuellen Projekten, Recherche für zukünftige Projekte oder die Pflege des Archivs - beide habe den Landesverband vielerorts bereichert.

Wir bedanken uns für die tatkräftige Unterstützung und wünschen für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg! 

 

Hier folgen die Rückblicke der beiden über ihre Zeit beim Volksbund: 

 

Anna-Luisa Ritters Rückblick

Mein vierwöchiges Praktikum findet heute leider sein Ende. Rückblickend betrachtet hat mich vor allem das Projekt „Ohlsdorfer Friedensfest“ in der Planung und Vorbereitung für meine berufliche Zukunft weitergeholfen. Zu Beginn haben wir eine Friedhofsbegehung sowie eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Dabei haben wir uns speziell mit dem Gräberfeld Z41 beschäftigt. Nach unserer Lagefestellung  führten wir Recherchearbeiten durch. Durch die Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme erhoffen wir weitere Details über die Opfer zu erfahren. Die gefundenen Erkenntnisse wurden in digitaler Form festgehalten. Weiterhin wurde für das Ohlsdorfer Friedensfest ein Konzept entwickelt für neue Möglichkeiten der Erinnerungskultur. Bei der Pflegeaktion am 07. August ab 10:30 Uhr geht es nicht nur um die Gräberfürsorge, sondern Farben und Biografien fördern die Erweiterung des Blickwinkels und das Eintauchen in vergangenes. 
Diskussionen sollen angeregt werden und neue Möglichkeiten geschaffen werden Kriegsgräberstätten als außerschulische Lernorte zu nutzen.
Ich möchte mich herzlich bedanken bei Frau Hinrichs, der Bildungsreferentin Hamburg, sowie bei Herrn Dr. Lübcke, dem Geschäftsführer, für die lehrreiche und spannende Zeit.

Felix Glogowskis Rückblick

Wie ich bereits in meiner Volksbundstory angeschnitten habe, beschäftigte sich ein wesentlicher Teil mit einem Zeitzeugenprojekt zum ,,Feuersturm‘‘ in Hamburg. So war die Hansestadt im Zweiten Weltkrieg rund 200 Mal das Ziel alliierter Bombardements. Die schwersten hiervon fanden im Zeitraum von 24. Juli bis zum 3. August 1943 statt und wurden von den Alliierten unter dem Namen ,,Operation Gomorrha‘‘ durchgeführt. Mithilfe der Bombenangriffe, die gezielt auf die bevölkerungsreichen Stadtteile wie Rothenburgsort und Hammerbrook stattfanden, erhoffte sich die Führung der Royal Air Force, die Moral der arbeitenden Bevölkerungsschicht zu brechen. Die Idee dahinter, dass ausgebombte Personen die Rüstungsindustrie nicht mehr aufrechterhalten können, ging dabei jedoch nicht auf. Vielmehr konnte die Kriegsindustrie nach kurzen Instandsetzungsmaßnahmen schnell wieder aufgenommen werden, sodass hauptsächlich die einfache Zivilbevölkerung unter dem Bombenhagel gelitten hat. 
Bei dem dabei entfachten Feuersturm wurde nicht nur ein Großteil der Altstadt zerstört, sondern es kamen Schätzungen zu Folge bis zu 60.000 Menschen ums Leben. Die Opfer der Luftangriffe bilden somit für den Volksbund eine große Bevölkerungsgruppe, welche die schrecklichen Konsequenzen der NS-Herrschaft zu spüren bekam und deren Erinnerung es aufrechtzuerhalten gilt. Von großer Hilfe für dieses Rechercheprojekt erwies sich dabei die Zusammenarbeit mit dem Erinnerungswerk Hamburger Feuersturm, das eine große Zahl von Zeitzeugeninterviews durchgeführt hat. Dabei reicht die Bandbreite von damaligen Kleinkindern, die sich nur schemenhaft an jene Sommernächte zurückerinnern können, bis hin zu Luftwaffenhelfern, welche die Luftverteidigung Hamburgs in jenen Tagen mitorganisiert haben. Darüber hinaus fand die Nachforschung auch auf einigen der über 34 hamburgischen Kriegsgräberstätten des Volksbundes statt, da auch eines unserer Anliegen darin bestand, mehr über den Lebenslauf der Bombenopfer herauszufinden, oder gar Verwandtschaftsbeziehungen zu rekonstruieren und somit zuzuordnen. Gerade bei dieser Arbeit gelang es dem Volksbund bereits des Öfteren noch lebende Familienangehöriger ausfindig zu machen. Neben einer zukünftig geplanten medialen Aufbereitung sollen die Ergebnisse der Recherche, mit vielen weiteren auf dem diesjährigen Ohlsdorfer Friedensfest am 07.08. genutzt werden. 
 

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